„Gute Organisation ist wirklich alles“

Olivia Fahlbusch (Mitte) mit den Fast-Track-Assistentinnen der Orthopädie Birgit Ronne (li.) und Anna Santamaa.

Olivia Fahlbusch ist Fast-Track-Assistentin am St. Marienkrankenhaus Krankenhaus Ludwigshafen. Seit anderthalb Jahren leitet sie das Fast-Track-Programm in der Wirbelsäulenchirurgie und kümmert sich jährlich um rund 200 Patientinnen und Patienten. Bei einem Besuch in der Klinik für Orthopädie hat sie sich angesehen, wie Fast Track in der Endoprothetik umgesetzt wird – und welche Erfahrungen sich auf die eigene Arbeit übertragen lassen.

Frau Fahlbusch, wie sind Sie auf die Klinik für Orthopädie aufmerksam geworden?
Den Tipp gab mir Josef Mercak von Johnson & Johnson MEDTECH, der die Orthopädie bei der Einführung des Fast-Track-Programms begleitet und die Klinik für die Umsetzung sehr gelobt hat. In unserem Krankenhaus setzen wir Fast Track bisher in der Wirbelsäulenchirurgie ein, aber noch nicht in der Endoprothetik. Und die Patientengruppen sind schon sehr unterschiedlich. Unsere Patientinnen und Patienten sind im Durchschnitt über 75 Jahre alt und haben meist einen langen Leidensweg hinter sich. Auch bei der Mobilisierung gibt es Besonderheiten: Nach einer Wirbelsäulenversteifung sollen die Patienten zwar frühzeitig mobilisiert werden, dürfen die Wirbelsäule jedoch nicht unnötig belasten.

Sie haben die Fast-Track-Assistentinnen begleitet und an einem Patientenseminar teilgenommen. Was nehmen Sie aus Ihrem Besuch mit?
Vor allem die Erkenntnis, dass eine gute Organisation wirklich entscheidend ist. Die Abläufe hier an der Klinik sind äußerst strukturiert und greifen gut ineinander. Bei uns ist einiges anders geregelt. Die terminliche Organisation der Operation beispielsweise liegt beim Patientenaufnahmezentrum und nicht beim OP-Management. Auch habe ich keine direkte Kollegin in einer vergleichbaren Funktion. Bei unseren Fallzahlen ist eine zweite Stelle zwar nicht zwingend erforderlich, manchmal wäre ein Sparringspartner aber schon hilfreich. Deshalb war es auch interessant zu sehen, wie andere Teams organisiert sind und Fast Track im Alltag umsetzen.

Besonders gespannt waren Sie auf das Patientenseminar …
Ja, darauf war ich sehr gespannt. Und ich fand es ausgesprochen informativ. Der gesamte Ablauf wird dort detailliert erklärt, gleichzeitig gibt es viel Raum für die Fragen der Patienten. Eine solche Patientenschulung würde ich auch bei uns gern etablieren. In der Wirbelsäulenchirurgie ist das allerdings schwieriger, weil wir es mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern und Behandlungssituationen zu tun haben. Die Abläufe lassen sich deshalb nicht so leicht standardisieren. Zudem sind unsere Fallzahlen geringer, da lohnt der organisatorische Aufwand nicht.

Wie sieht die Patientenaufklärung bei Ihnen stattdessen aus?
In der Regel führe ich ein ausführliches telefonisches Aufklärungsgespräch und spreche beim Prämedikationstermin noch einmal persönlich mit den Patienten. Wobei ich den persönlichen Kontakt eindeutig bevorzuge. Am Telefon merke ich häufig, dass die Patienten von der Fülle der Informationen schnell überfordert sind und irgendwann nicht mehr richtig zuhören. Im persönlichen Gespräch kann man Schwerpunkte setzen, wichtige Punkte wiederholen und auf individuelle Fragen eingehen. Ich staune immer wieder, wie viel gute Aufklärung bewirken kann.

Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Fast Track?
Für mich ist es ein klarer Fortschritt in der Patientenversorgung. Unsere Assistenzärzte waren anfangs sehr skeptisch, heute sehen sie die Verbesserungen. Die stationäre Aufenthaltsdauer hat sich auf etwa fünf bis sieben Tage reduziert und damit nahezu halbiert. Noch wichtiger ist für mich aber, dass die Patienten die Klinik körperlich fitter und zufriedener verlassen. In mir, der Fast-Track-Assistentin, haben sie eine feste und verlässliche Ansprechpartnerin. Gerade bei älteren Patienten nimmt das viele Ängste und gibt Sicherheit. Ich schaue zweimal täglich auf der Station nach meinen Patienten. Diese persönliche Betreuung wird sehr geschätzt – und gleichzeitig entlastet sie die behandelnden Kolleginnen und Kollegen.

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