„Ich bin zuversichtlich, dass wir bald Ergebnisse liefern werden“
Dr. Didem Kart (2.v.l) mit den Teammitarbeitern Anna Friesen (MTA; ganz li.), Alexander Schmidt (MTA) und Büsra Nur Yesilyurt (Doktorandin).
Didem Kart ist promovierte Mikrobiologin mit Schwerpunkt auf medizinischer und pharmakologischer Mikrobiologie. Sie hat an renommierten Instituten wie dem Karolinska Institut Stockholm geforscht. Seit Herbst 2025 leitet sie das mikrobiologische Labor der Klinik für Orthopädie und richtet dessen Schwerpunkt neu aus. Ihr Hauptanliegen: der Brückenschlag von der Grundlagenforschung in den klinischen Alltag.
Dr. Kart, wie geht die Neuausrichtung des mikrobiologischen Labors voran?
Wir haben noch einige organisatorische und fachliche Aufgaben zu bewältigen: das Team zusammenstellen, das Labor einrichten, die technischen und regu-latorischen Voraussetzungen festlegen und die Abläufe für die Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten entwickeln. Doch wir kommen Schritt für Schritt voran, und ich bin zuversichtlich, dass wir im Herbst starten können.
Der Diagnoseprozess ist durch Leitlinien festgelegt – wo setzt Ihre Forschung hier an?
Die Parameter, die heute genutzt werden, sind nicht perfekt und schon seit den 1960ern in der klinischen Verwendung. Unser Ziel ist es, den Diagnoseprozess zu beschleunigen und zuverlässiger zu machen. Denn je früher eine Protheseninfektion erkannt wird, desto schneller kann die passende Behandlung beginnen. Dafür suchen wir nach neuen Biomarkern, die eine Infektion noch sicherer erkennen lassen – insbesondere eben dann, wenn die bisherigen Untersuchungen keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Gleichzeitig entwickeln wir einen Schnelltest, der Ärzten innerhalb kurzer Zeit Aufschluss geben soll, ob eine Infektion vorliegt. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschung ist der Einsatz moderner DNA-Analysen wie des Next-Generation-Sequencings. Diese Methode kann Erreger auch dann nachweisen, wenn sie durch eine Antibiotikabehandlung bereits abgestorben sind oder sich nicht mehr anzüchten lassen. So möchten wir dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten schneller die richtige Diagnose und damit auch die bestmögliche Behandlung erhalten.
Kommen Sie neben der organisatorischen Arbeit auch zu praktischer Arbeit im Labor?
Ich liebe die Arbeit im Labor und bin gern bei meinen Studenten. Mir ist wichtig, dass sie gut in ihre Arbeit eingeführt werden. Ich bin überzeugt, dass wir bald sehr gute Ergebnisse liefern werden, die auch in der Klinik helfen.