Septische Orthopädie: die Infektion in den Griff bekommen

Die Behandlung von Infektionen am Bewegungsapparat ist schwierig, äußerst anspruchsvoll und erfordert ein Höchstmaß an Erfahrung. Trotz modernster chirurgischer Verfahren und strengster Hygienemaßnahmen bei Operationen können in seltenen Fällen Entzündungen auftreten. Unser Team aus anerkannten Spezialisten im Bereich der septischen Orthopädie ist für alle Arten von Infektionen des muskuloskelettalen Systems (Prothesen-, Knochen-, Gelenkinfektionen) bestens gerüstet. Aufgrund langjähriger infektiologischer und chirurgischer Erfahrung können wir unseren Patienten auch in komplexen Fällen eine gezielte und maßgeschneiderte Diagnostik und Therapie auf Höhe des wissenschaftlichen Fortschritts bieten.

Für das optimale Behandlungsergebnis ziehen wir als Universitätsklinikum, wenn erforderlich, Spezialisten anderer Fachbereiche hinzu. Unser Know-how, modernste Techniken und Behandlungsverfahren, unser starkes Netzwerk und die kurzen Wege schlagen sich in deutlich überdurchschnittlichen Erfolgsraten von bis zu 90 Prozent nieder. Dank der herausragenden klinischen und wissenschaftlichen Expertise unserer Mediziner ist unsere Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie ein renommiertes Referenzzentrum, dem Patienten aus der ganzen Welt zugewiesen werden.

Ihre Spezialisten

Univ.-Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe und PD Dr. med. Florian Pohlig verfügen über fundiertes Know-how und viel Erfahrung im Bereich der septischen Orthopädie. Prof. von Eisenhart-Rothe ist Sprecher der Arbeitsgruppe Periprothetische Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE).

Erfolgreich durch fachübergreifende Teamarbeit

Interdiziplinäres Expertenteam aus orthopädischen Chirurgen, Mikrobiologen und Apothekern: Als eine der ersten Universitätskliniken Deutschlands haben wir vor fast zehn Jahren die interdisziplinäre „Infektvisite“ ins Leben gerufen. Das bedeutet: Alle Patienten mit Infektionen am Bewegungsapparat und speziell an künstlichen Gelenken werden individuell von einem Expertenteam aus orthopädischen Chirurgen, Mikrobiologen und Apothekern betreut. Dies schließt auch die Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten am Klinikum rechts der Isar mit ein: angefangen bei der Schmerztherapie über spezielle feingewebliche Untersuchungen und Labordiagnostik bis hin zur Organisation des häuslichen Umfelds und der Nachbehandlung durch unsere Sozialberatung.

Dank unserer herausragenden Erfahrung und wissenschaftlichen Qualifikation sowie dem unermüdlichen Einsatz für jeden unserer Patienten erzielen wir eine deutlich überdurchschnittliche Erfolgsrate.

Vorsprung durch wissenschaftliche Innovation

Einen wichtigen Schwerpunkt der Arbeit unseres wissenschaftlichen Teams bildet die Erforschung von Infektionen des Bewegungsapparats – von der Grundlagenforschung über die Bewertung neuer Methoden bis hin zur Entwicklung innovativer Techniken für deren Diagnostik und Therapie.

Diese Kompetenz schlägt sich in zahlreichen Veröffentlichungen in anerkannten internationalen Fachzeitschriften nieder und garantiert unseren Patienten medizinische Versorgung auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Forschung.

Erfolgreiche Therapie beginnt bei der Diagnostik

Nicht alle Infektionen an Kunstgelenken sind auf Anhieb als solche zu erkennen. Im Bereich der Endoprothetik sind es speziell die sogenannten „Low Grade“-Infektionen, die das Behandlungsteam vor besondere Herausforderungen stellen. Hierbei handelt es sich um mäßig schnell verlaufende Infektionen, die vor allem mit unspezifischen Symptomen wie Schmerzen oder der Lockerung von Prothesenkomponenten einhergehen.

Um auch solche Infektionen richtig zu behandeln, hat unsere Klinik einen standardisierten Diagnose- und Therapieablauf entwickelt und veröffentlicht. Unser EndoProthetikZentrum war deshalb auch maßgebend an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) zur richtigen Erkennung und Behandlung von „Low Grade“-Infektionen beteiligt.

Veröffentlichung „Diagnostik der periprothetischen Infektion“ in „Der Orthopäde“, 07/2020 (PDF)

Einer Infektion am besten zuvorkommen

Viele Menschen befürchten, sich in einer Klinik mit einem Keim anzustecken. Was die meisten nicht wissen: Ein Teil der Bevölkerung trägt gefährliche Bakterien, Viren oder Pilze auf der Haut ohne daran zu erkranken. Entscheidend für den Schutz vor einer Ansteckung sind daher die Hygienemaßnahmen, die in einer Klinik zum Einsatz kommen, damit Keime sich gar nicht erst verbreiten können.

Im Universitätsklinikum rechts der Isar liegt das Infektionsrisiko bei Operationen im Bereich der Primärendoprothetik dank konsequentem Hygienemanagement bei unter 1 Prozent und damit weit unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Um festzustellen, ob ein Patient einen gefährlichen Keim in sich trägt, führen wir vor einer geplanten Operation einen speziellen Keimtest durch. Trägt der Patient etwa den MRSA-Keim oder andere aggressive Erreger in sich, erhält er zunächst eine Antibiotikatherapie. Zusätzlich führen wir bei allen Patienten, die bei uns eine Primärprothese erhalten sollen, eine sogenannte Eradikationstherapie durch.

Häufige Fragen zum Thema „Septische Orthopädie“

Wie kann es zu einer Infektion an einer Endoprothese kommen? Wie kann ich eine Infektion vermeiden? Woran merke ich, dass mein Kunstgelenk infiziert ist? Antwort auf diese und weitere Fragen geben wir Ihnen hier.